Do. Dez 7th, 2023

Bericht über den Rennsteiglauf 2015

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Bericht von Halo Hellbusch:

Am 09. Mai 2015 fand bereits zum 43. Mal der GutsMuths-Rennsteiglauf statt. Dieser Volkslauf wird auf dem Rennsteig, einem Höhenzug im Thüringer-Wald ausgetragen.

Es werden verschiedene Wander- und Nordic-Walking-Strecken angeboten, zudem auch Läufe mit den Distanzen Halbmarathon, Marathon und den so genannten Supermarathon. Letzterer führt von Eisenach nach Schmiedefeld und hat eine Länge von 72,7 km. Dazu kommen noch Anstiege von 1470 und Abstiege von 969 Metern. Die anderen Läufe hatten jeweils andere Startorte, aber dasselbe Ziel.

Bereits im Sommer 2014 erfüllte ich mir, mit der Anmeldung zum Supermarathon einen sehnlichen Wunsch, denn ich brauchte nach meinen 10 gelaufenen Marathons und den ersten Berglauf-Ultra eine neue Herausforderung.

Als Trainingslauf entschied ich mich kurzfristig für die Teilnahme am 30. Hamburg-Marathon. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden, denn ich verfehlte meine persönliche Bestzeit nur um eine Minute und lief nach 3:14:08 h ins Ziel. Danach hatte ich noch 2 Wochen zur Regeneration.

Am 09. Mai um 6.00Uhr fiel in Eisenach der Startschuss. Das Wetter war zum Laufen recht angenehm, nicht zu warm und nicht zu kalt. Deshalb habe ich mir für kurze Kleidung entschieden, also Shirt und kurze Hose. Eigentlich hatte ich vor, weil ich mich auf einer so langen Distanz nicht einschätzen konnte, im hinteren Bereich zu starten. Letztendlich startete ich aber, wie bei normalen Volksläufen auch, im vorderen Drittel der knapp 2300 gemeldeten Läufer.

Nach 1,5 Kilometern erreichten wir den Stadtrand und es geht von einer Höhe von 210m NN prompt bergan. Es folgt ein langer Anstieg bis km 7,4, dann ist die Einmündung in den Rennsteig erreicht.

Bei km 3 kam plötzlich von hinten, ein freundliches „Ach, da bist du ja!“, ich schaute mich verdutzt um. Da lief Andreé Ferneding vom Team Laufrausch aus Oldenburg. Er hatte meinen Namen auf der Starterliste gelesen. Wegen unserer ziemlich ähnlichen Laufleistung, war er der Meinung, dass er mich schon im Läuferfeld finden wird. Da für uns beide das Erlebnis und das Ankommen im Vordergrund standen, beschlossen wir den Rennsteig gemeinsam zu meistern.

Der Untergrund war auf der gesamten Strecke recht wechselhaft, es gab kurze Asphaltstücke, einige Kilometer Feldsteinwege, die recht schwierig zu laufen waren, einige extreme Wurzelpassagen, aber sonst bestand sie hautsächlich aus Feld-, Wald- und Schotterwegen.

Das erste große Etappenziel lag bei km 25,5, der Inselberg, in einer Höhe 916m. Als wir ihn erreicht hatten, waren wir dem Ziel schon ein großes Stück näher. Oben angekommen, ging es aber auf dem nächsten 1,3 km, wieder 170 Höhenmeter steil bergab.

Es folgten weitere kurze Anstiege, im Wechsel mit langen, recht ebenen Passagen. Aber es wurde nie Langweilig, denn die Landschaft am Rennsteig ist wirklich schön! Die Kilometer flogen recht schnell dahin. Wir laufen fast komplett durch, nur an sehr steilen Anstiegen verfallen wir, wie alle, in eine Art Power-Walking. Und an den Verpflegungsstationen wird das Laufen kurz unterbrochen. Die Stationen waren reichlich ausgestattet. Es gab alles was das Läuferherz gegehrt: Wasser, Tee, Cola, Brote, Obst, Wiener Würste und ganz wichtig, Haferschleim, auf verschiedene Arten verfeinert, echt lecker. Ich habe bestimmt insgesamt 1 Liter davon getrunken. Für mich waren auch die Zitronenstücke sehr wichtig, die wurden in Salz gedippt und ausgelutscht, liefert Vitamin C und Mineralien! Und kombiniert geht es auch gut durch den Hals.

Kurz nach KM 35 kommen die Wanderfreunde der 35 km-Strecke Schnepfenthal – Oberhof mit auf die Strecke, sie waren immer zuvorkommend, machten genügend Platz und feuerten uns an.

Die Wanderer begleiteten uns bis zu deren Ziel, dem Grenzadler bei Oberhof. Der Grenzadler liegt bei unserer Strecke bei km 54,7. Es ist ein magischer Punkt, denn hier kann man, wenn man möchte, den Supermarathon vorzeitig beenden und bekommt trotzdem eine Zeitwertung. Vor dem Start gab es bei mir noch die Option, aber schon kurze Zeit später wurde mir klar: „Ich laufe durch!“

Zwischen km 60 und 64 kam dann mein Tiefpunkt, immer wieder spielte ich mit dem Gedanken, eine kurze Geh Pause einzulegen. Aber wir motivierten uns immer gegenseitig, so dass wir diese Phase gut durchgestanden haben. Dann war das schlimmste geschafft, von da an ging es bis auf ein paar kurze Anstiege nur noch bergab, so dass wir auf diesem Abschnitt unsere höchste Durchschnitts-Geschwindigkeit liefen.

Nach 7:37 Stunden erreichen wir das Ziel, den Sportplatz in Schmiedefeld. Wir laufen durch eine Gasse, die durch etliche Zuschauer gesäumt wurde.

WIR HABEN ES GESCHAFFT!

Fazit: Der Rennsteiglauf ist ein Muss! Und wer sich nicht an den Supermarathon herantraut, sollte es mit dem Halbmarathon oder Marathon probieren. Das ganze Event ist sehr gut Organisiert, alle sind freundlich, die Mitläufer, die Wanderer und natürlich ganz wichtig, die zahlreichen Helfer.

Ein Danke auch an Andreé, mit dir war es richtig schön zu laufen!

Rennsteig, ich komme wieder! Vielleicht schon nächstes Jahr!?!